Am 21. und 22. Mai hat die Grüne Jugend Hessen (GJH) in Wiesbaden ihre Landesmitgliederversammlung abgehalten und dabei einen neuen Landesvorstand gewählt.

Netzpolitik, Datenschutz, Digitalisierung, Netzfeminismus, neue Technologien: Das waren die Schwerpunktthemen der vergangenen Landesmitgliederversammlung der ca. 1100 Mitglieder zählenden Grünen Jugend Hessen, der Jugendorganisation des hessischen Landesverbands der Partei Bündnis 90/Die Grünen. Dazu wurde eine umfangreiche Beschlusslage getroffen. So will die GJH beispielsweise das E-Learning stärken, die mediale Ausstattung an Schulen verbessern, eine flächendeckende Versorgung mit Breitband-Internet sicherstellen und das sogenannte E-Government ausbauen, also zum Beispiel die Möglichkeit eröffnen Behördengänge im Internet zu erledigen. Dabei setzt sie jedoch auf die Gewährleistung hoher Datenschutzstandards.

Darüber hinaus fordern die Nachwuchspolitiker eine noch konsequentere Energiewende, starke Bürgerinnenbeteiligung bei geplanten Windkraftanlagen und einen größeren politischen Fokus auf das Thema Elektromobilität. Deutsche Waffenexporte sollen stark beschränkt werden und die umstrittenen Freihandelsabkommen TTIP und CETA sowie das Dienstleistungsabkommen TISA lehnt die Grüne Jugend Hessen ab. „Wir unterstützen außerdem die jüngste Forderung der hessischen Landesschülervertretung, klassische Hausaufgaben langfristig abzuschaffen und durch bessere Nachmittagsbetreuung sowie flexible Ganztagsschulen zu ersetzen“, erklärt Landesschatzmeister Felix Martin, der den Vorschlag in die Versammlung eingebracht hatte.

Im Fokus der Versammlung stand auch die Wahl des neuen Landesvorstandes. „Besonders gefreut hat uns“, erklärt Vanessa Grauer, Vorsitzende der Grünen Jugend im Werra-Meißner-Kreis, „das mit Ann-Christine Herbold aus Wanfried und Felix Martin aus Wehretal bereits zum zweiten Mal gleich zwei Mitglieder des Landesvorstands im Werra-Meißner-Kreis beheimatet sind.“

Die 19-jährige Ann-Christine Herbold studiert in Kassel Lehramt mit den Fächern Englisch und Geschichte und wurde im Amt der frauenpolitischen Sprecherin bestätigt. Sie ist seit 2013 Mitglied der Grünen Jugend, hat sich schnell auch auf Landesebene einen Namen gemacht, hat bei der jüngsten Kommunalwahl für den Kreistag kandidiert und ist außerdem bei Amnesty International aktiv. Als frauenpolitische Sprecherin beschäftigt sie sie hauptsächlich mit Frauenpolitik und Gleichberechtigung sowie mit Lesben- und Schwulenpolitik. Ihr liegen aber auch die Bildungs- und Verkehrspolitik am Herzen.

Felix Martin ist 20 Jahr alt, studiert in Göttingen Soziologie & Politikwissenschaften und hat die Grüne Jugend im Werra-Meißner-Kreis, deren Schatzmeister er zwei Jahre lang war, mitaufgebaut. Er ist Schatzmeister von Bündnis 90/Die Grünen im Werra-Meißner-Kreis, hat ebenfalls für den Kreistag kandidiert und hat den Koalitionsvertrags zwischen SPD, Grünen und FDP mitverhandelt. Der ehemalige Kreisschülersprecher wurde von der Mitgliederversammlung ein zweites Mal zum Landesschatzmeister gewählt. Martin interessiert sich vor Allem für Bildungspolitik, Finanzen, Demografie und den ländlichen Raum.

Den siebenköpfigen Vorstand komplettieren die beiden Vorsitzenden Sarah von Hagen aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg und Thorben Sämann aus dem Lahn-Dill-Kreis sowie die drei neuen Beisitzer Elena Schörling aus Kassel, Maximilian Walz aus Marburg und Anika Schmütz aus Darmstadt.

Bereits in zwei Wochen tritt die Grüne Jugend Hessen zu einer nicht weniger wichtigen Versammlung zusammen. Dann wird sie für die anstehende Bundestagswahl ihr Votum an eine Kandidatin bzw. einen Kandidaten aus den eigenen Reihen vergeben. „Dass dieses junggrüne Votum große Relevanz haben kann“ erklärt Ann-Christine Herbold,  „beweisen Nicole Maisch und Omid Nouripour, beide ehemalige Vorsitzende der Grünen Jugend Hessen und heute etablierte Politiker der Grünen Bundestagsfraktion.“

 

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